Um in diesem eiskalten Winter die segelfreie Zeit totzuschlagen, kam mir gestern ein kleines Event gerade recht. Meine gute Freundin und Mitveranstalterin Silke lud mich zum Themenabend "SEGELN live" bei Avalon Premium Cars in Stuttgart ein. Da ich ihr an diesem Vormittag noch einen Käufer für einen neuen Evoque vermittelt habe, fand ich das auch angemessen :-).
Ich kannte das Event ja schon. Vor einigen Jahren schauten wir uns hierbei Johannes Erdmanns Vortrag an. Auch diesmal ließ es uns der Veranstalter an nichts fehlen. Für Kost und Logis war gesorgt, das Ambiente schön. Auch wenn ich mir in nächster Zeit keinen Landrover leisten möchte begeistern mich die Fahrzeuge. Vor einem Jahr waren wir mit einem RangeRover Sport bei einem Geländetraining dabei. Wer so etwas schonmal erleben durfte, wird ähnlich denken.
Das Event begann mit einem Vortrag von Herrn Sach zum Thema Trimmen. Speziell auf Kats wurde hier Bezug genommen und ich war überrascht, wie viele Rückfragen nach dem Vortrag aus dem Publikum kamen. So viele Katsegler hatte ich hier nicht vermutet. Auch ich weiß jetzt, dass die Katsegeler den Halbwindkurs als Flieger bezeichnen. Man merkte, dass Herr Sach unglaublich viel Ahnung von der Thematik hat. Da der Vortrag aber überwiegend aufs Katsegeln bezogen war, freute ich mich schon auf die Pause und den zweiten Referenten, Egmont Friedel.
Sein kurzweiliger und sehr amüsanter Vortrag handelte von seinen Segelerfahrungen und Anfängen und von einer Atlantik West-Ost Überquerung gemeinsam mit Johannes Erdmann. Immer wenn ich Videoaufnahmen von Atlantiktörns sehe, gerate ich ins Schwärmen, diese lange Dünung, diese Sonnenuntergänge, dieses Freiheitsgefühl. Ich möchte am liebsten sofort da raus!
Leider versucht uns unser Staat hier zu fesseln. Ich zahle Unmengen an Steuern, es werden einem Sorgen wegen der Rente, der Krankenkasse, dem künftigen Einkommen eingeredet. Vom Staat, von Bekannten, von der Freundin. Die Kunst ist es wohl, einen Weg zu finden, sich von dem in einem akzeptablen Umfang lösen zu können. Rentner haben es da ungleich einfacher als jüngere Menschen, die Segeln wollen. Naja ich schwadroniere gerade etwas....
Zurück zum Thema. Edmont Friedel erzählte, wie er ein Boot in seiner Wohnung baute. Im dritten Stock wohlgemerkt. Ich musste SOFORT zurück an Rene denken. Der eine oder andere Leser erinnert sich vielleicht. Ein damaliger Freund von mir. Auch er wollte ein Schiff bauen. Und vorab zum Üben ein kleineres im Wohnzimmer. Sogar sein Haus sah ähnlich aus und auch seine Wohnung war im dritten Stock. Er hat es im Gegensatz zu Edmont nie umgesetzt. Aber genau so hatte ich mir die Aktion vorgestellt. Unglaubliche Bilder wurden präsentiert. Ich musste so lachen, als gezeigt wurde, wie der Rumpf einige Meter aus dem dritten Stock heraus stand und man sah, wie zum Ermöglichen des Ganzen, ein Stück Fensterrahmen und Mauerwerk herausgeklopft wurde, damit der Kiel durchpasst ;-)).
Edmont erzählte viel darüber, wie er einfach Segeln wollte. Egal wie. Selbstgebautes Rigg auf dem Schlauchboot, mit der Holzjolle quer durchs Mittelmeer. Immer wieder dachte ich dann: Eigentlich hätte ich es so einfach. Ein perfekt ausgerüstetes Boot liegt bereit, Einhandtauglich und dennoch mehr als komfortabel. Was bremst mich? Das ist recht einfach: Eine gut laufende Firma, die ständigen Forderungen des Finanzamts, die Angst nach einer zeitlang Segeln nichts mehr zu haben. Im Prinzip habe ich zwei Optionen. Option 1: Ich setze voll aufs Segeln. Vielleicht habt ihr es schon etwas herausgelesen, wir werden demnächst ein großes Schiff am Mittelmeer besichtigen, dass genau diese Option ermöglicht. Nunja, der Chartermarkt ist hart umkämpft und außerdem brauche ich für diese Schiffsgröße Crew. Nur weiß ich einfach nicht, ob und wie Uta da mitspielt. Mal sagt sie ja, mal nein. Sie weiß einfach selbst nicht, was sie mit ihrem Studium anfangen soll, wie lang sie es ohne ihre Familie aushält, etc...Ich kriege keine verlässliche Auskunft und die Sache ist ja kein Kindergeburtstag. Wir reden hier über 5 stellige Investitionen und die Aufgabe einer gutlaufenden Firma. Da ich mich aber fast täglich frage, wie lange ich es hier noch aushalte ohne verrückt zu werden, muss irgendeine Lösung her. Option 2: Meine Firma läuft weiter, ich verdrücke mich einige Monate im Jahr und segle. Mir würde keine Yacht einfallen, die dafür besser geeignet wäre als die SevenSeas. Aber: Klappt das? Kriege ich das so organisiert, daß keine Probleme auftreten, obwohl ich nicht da bin? Oder werde ich dann irgendwann die Firma aufgeben müssen und habe dann kein großes Boot, mit dem die Charteroption möglich wäre??
Schon wieder abgeschweift. So ein Blog ist ganz gut, um sich mal die Seele freizulabern. Ich hör jetzt aber besser auf.
Obwohl, mir fällt gerade Option drei ein: Das große Boot, einige Monate segeln, die Firma weiterlaufen lassen und dennoch mit dem großen Schiff alle Optionen haben. Allerdings wenn Uta nach dem Studium hier mal Fuss gefasst hat wird sie als Crew nur seltenst dabei sein können und für die Einhandoption ist das andere Boot einfach zu teuer und zu unhandlich...
Mist. Ich jammer auf hohem Niveau und trotzdem macht es mich fertig.





