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Unser Logbuch

Über die Vorbereitungen einer Weltumsegelung und die Reise selbst.

Bloggers
Stephan
Stephan has not set his/her biography yet.

Die Aktion begann bereits am Mittwoch. Unser Mast wurde von der Garage heruntergekrant, auf der er nun seit 1,5 Jahren herumliegt und auf ein paar Böcke gelegt. So lässt sichs besser daran arbeiten. Donnerstags säuberten wir den Mast zunächst von dem Dreck, der von 5 Jahren im Freien herumliegen entstanden ist.

Freitag ging es dann um 10 Uhr los, nachdem der Rigger mit unseren Segeln und dem neuen stehenden Gut angekommen war. Zunächst wurde unsere Furlex nochmal komplett zerlegt, gereinigt und neu gefettet, dann wieder montiert, anschliessend wurden die Salingsbeschläge demontiert, mit einer Trennpaste unterstrichen und wieder neu montiert. Danach wurden die neuen  Wanten und Stagen angebracht und gefühlte 100 Splinte aufgebogen.

Die neuen Umlenkrollen sollten auch in den Mastkopf. Vier Rollen müssen da hinein, dazwischen ein Trennblech, darüber die Sorgleinen, um die Fallen einziehen zu können. Nach einigem Gefummel war zwar die erste Rolle drin, die zweite ließ es sich aber nicht nehmen, in den Mast zu rutschen. Trotz intensiven Fischversuchen mit verbogenen Fingern und Drähten etc. wollte sich nicht mehr heraus kommen. Also musste der Mastkopf noch abgenommen werden. Dazu wurden nochmal 14 Nieten aufgebohrt und später wieder neu vernietet.

Irgendwann kamen wir unter riesigen Zeitdruck, denn die Werft wollte um 16.00 Uhr schliessen und wir waren noch lange nicht soweit. Also Vollgas. Leider waren die drei Liter Wasser aus der Kühlbox schon um 12.00 Uhr getrunken, die drei Radler kurze Zeit später. Es war eine irre Hitze, wir schon von den Arbeiten am Donnerstag völlig verbrannt und jetzt war seit Stunden nichts mehr zu trinken da und keine Zeit, kurz wegzufahren....

Wir gingen letztlich ziemlich am Stock, schafften es aber nach einigem Kranchaos, den Mast bis 17 Uhr zu stellen. Zunächst sah es so aus, als seien die Oberwanten zu kurz angefertigt worden. Zum Glück war dem nach einigem herumprobieren und nachdem der Mast noch etwas in den Fuss nachgerutscht ist doch nicht so.

Der Rigger erklärte uns dann, wie der Mast richtig getrimmt sein muss, der Mast soll im gesamten leicht nach achtern fallen, das Babystag zieht einen deutlichen Bauch nach vorne und wenn man vom Mastfuss nach oben schaut muss er absolut gerade sein. Der Winkel der Saling muss identisch sein, wofür der Rigger sich noch drei Mal in den Mast ziehen lässt und die Oberwanten nachstellt. Er erklärt uns, dass ordentlich Druck auf die Wanten muss. Wenn wir bei 4 BFT unter Vollzeug segeln  und auf der inneren Seite ein Want lose wird, ist die Spannung zu schwach. Zu Uta meine ich später: Wir lernen heute mehr als in drei SKS Kursen zusammen ;-). Die Aktion war für uns wirklich unglaublich interessant.

Nachdem der Spargel stand wollte ich noch kurz die Genua setzen und die Reffanlage testen. Auch hier wieder eine Riesenaktion, denn egal was wir machten, nach ein paar Umdrehungen der Reffanlage blockierte diese immer wieder. Es dauerte ziemlich lange, bis uns klar wurde, woran es lag. Beim Einziehen des Genuafalls übersahen wir eine kleine Öse durch die das Fall unterhalb des Masttops geführt werden muss. Läuft das Fall nicht durch diese Öse wickelt es sich im Topp immer um die Schiene der Reffanlage und blockiert dann....

Jetzt ist alles gut, gestern haben wir noch den Baum angebracht und das Boot aus dem Kranbereich verlegt, damit wir erstmal unsere Ruhe haben. Runter kommen wird der Mast wohl erst in ein paar Wochen. Der Segelmacher wird noch einmal kommen,  um unser Boot komplett zu vermessen, damit wir neue Segel bestellen können, wenn wir das möchten und das Geld dafür haben :-(. Bis dahin müssen uns die alten noch genügen.

Hier ein erstes Bild, entstanden noch während der Arbeiten.

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Uta
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Liebe Leser,

 

ein ereignisreiches und arbeitsames Wochenende liegt hinter uns.

Die Zeit bis zum Tag X, an dem wir den Mast probestellen und das erste Mal die Segel an unserer Sirocco hochziehen werden, schreitet immer schneller voran. Im Terminkalender steht für die nächsten Wochenenden mit dicker roter Schrift: Bootarbeiten!

Für das letzte Wochenende hatten wir uns einiges vorgenommen. Der Chef der Bootswerft hat unsere Yacht beim Einbau der Heizung wieder in eine komplette Katastrophe verwandelt. Ich hatte unsere SevenSeas seit dem Neckartörn nicht mehr gesehen und war daher entsprechend geschockt.

Da wir von Samstag bis Montag auf dem Halbtonner übernachten wollten, war Ärmel hochkrempeln und das Schiff wieder bewohnbar machen angesagt. Den Termin beim Segelmacher hatte Stephan vorher von morgens auf abends verschoben, so dass wir vorher noch einiges arbeiten konnten. Während ich mich daran machte die achtlos hingeschmissenen und herumliegenden Teile aufzuräumen und die Schapps auszuwaschen, nahm sich Stephan dem technischen Chaos an. Beim Begutachten der Arbeiten des Werftchefs, stellte sich das alles als totaler Pfusch heraus. Kein Wunder, dass durch so etwas die Weiterarbeit enorm gebremst wird, wenn man sich auf den sogenanten „Fachmann“ nicht mal verlassen kann und alles nachkontrolliert, beziehungsweise nachgearbeitet und im häufigsten Fall dadurch verursachte Schäden behoben werden müssen. Um ein paar Beispiele zu nennen:

Beim Einbau der Heizung wurde die Wasserleitung verbogen und angeflext, war somit nicht mehr dicht und erst nach mehrmaligem Löten konnte das beschädigte Teil wieder eingebaut werden. Allerdings tropft es immer noch unterm Abfluss, woran das nun wieder liegt ist noch unklar. Der Kühlwasserfilter wurde nicht mehr an der Motorwand festgeschraubt, er lag lose auf dem Motor. Die zusätzlich eingebaute Dieselentlüftungspumpe war auch nicht befestigt worden.

Damit die alten Plastikklampen durch welche aus Aluminium ersetzt werden können, hatte Stephan den Werftchef beauftragt innen ein Rechteck aus der Holzwand herauszuflexen, damit man überhaupt an die Schrauben der Klampen herankommt. Dadurch wurde das GFK versehentlich bis ins Cockpit durchgeflext und nur einer der dabei entstandenen Schnitte wurde wieder zugespachtelt. Das Hinmontieren der neuen Klampen muss daher aufs nächste Wochenende verschoben werden, weil der Chef der Werft auch nie Zeit hat seine Schäden zu beheben und ständig wegrennt.

 

Fast dreieinhalb Stunden dauerte der Termin abends beim Segelmacher, war aber sehr aufschlussreich und hielt sogar eine Überraschung für Stephan und mich bereit. Zu unserer Freude haben wir eine Ersatzfock, von der Stephan total vergessen hatte, dass es sie überhaupt gibt.

Der Segelmacher zeigte uns das neue Rigg der SevenSeas und die ausgebesserten Segel. Bei dem Gespräch merkte man sofort, dass der Typ einfach Ahnung hat. Schön, dass nicht alle so sind, wie unser Werftchef!

Allerdings versuchte er uns einige Bedenken einzureden, da wir mit dem noch ungetesteten Boot direkt eine mehrwöchige und weite Überführung planen. Ihm wäre ein Probeschlag auf dem Ijsselmeer doch lieber, wo wir seiner Meinung nach noch auf qualitativen Service zurückgreifen könnten. Tja er mag wohl Recht haben, aber die Flüge sind gebucht und unsere Segelleidenschaft und Vorfreude ist auch nicht mehr zu bremsen.

Sehr spät, jedoch frisch geduscht fallen wir in unsere Koje.

 

Am Sonntag mehrten sich die Arbeitsdurchhänger. Dennoch bekamen wir das Deck wieder blitzeblank geschrubbt. Ich putzte unter Deck weiter und Stephan entfernte die alten Dichtungsfugen an der Teakfußleiste. Gemeinsam dichteten wir diese wieder mit Tikaflex ab.

Da Stephan danach schon ziemlich geschafft war, arbeiteten wir Montagmorgen daran weiter. Später wusch ich den Cockpitboden aus, der ja auch noch angeschliffen und gestrichen werden muss und den Bereich im Achterschiff, an dem die Gasflasche verstaut ist. Nach einer Weile meinte Stephan, dass es besser sei den Landstromstecker zu ziehen, damit ich von den vielen Kabeln keinen Schlag abbekäme.

Am Nachmittag musste Stephan wieder arbeiten und wir hatten beschlossen, dass ich alleine weitermache und er mich dann abends abholt.

Ich wollte mich erst einmal dem eingestaubten Geschirr annehmen, da es unter Deck dank der Heizung viel angenehmer war. Nach einer Weile dachte ich darüber nach, den Landstrom wieder anzuschließen, da Heizung, Innenbeleuchtung, Radio, Wasserpumpe und Kühlschrank doch sicher so einiges an Strom verbrauchten. Zum Landstrom zu kommen war gar nicht so einfach. Ungünstigerweise war der Steg der Wassergarage gerade an dieser Stelle total zugestellt. Auf einem Bierbanktisch lag quer unser kaputtes Schlauchboot und man musste sich an diesem festhalten oder unten durchbücken, um zum Stromanschluss zu gelangen. Ein wirklicher Drahtseilakt. Ich kam aber vorbei und als ich den Strom wieder angeschlossen hatte, dachte ich mir noch: „Oh ich muss aufpassen, dass ich nicht ins Wasser falle!“ Ich klammerte mich an das quer liegende Schlauchboot, es kam ins Rutschen und ich fiel. Im Fallen konnte ich mich gerade noch an dem Bügel unseres Ankers festhalten.     Tja und da hing ich nun mit dem kompletten Unterleib im dreckigen Brackwasser des Neckarsseitenarmes. Ich ergriff den vorderen Festmacher und hangelte mich zur Klampe am Steg. Nachdem ich mich hochgezogen hatte, entledigte ich mich erst einmal der nassen Kleider und verzog mich ins Schiffsinnere. Gott sei es getrommelt und gepfiffen, dass wir die Heizung einbauen lassen haben. Die nassen Sachen, bis auf Hose und Schuhe waren dank dieser nach ca. zwei Stunden wieder trocken. Von mir selbst überrascht, dass ich die Sache relativ locker sah, arbeitete unter Deck weiter, nachdem ich mich mit Waschlappen und Seife abgewaschen hatte.

Als ich jedoch die Schublade für das Besteck wieder in den Schrank unter dem Herd schob, bekam ich diese nicht mehr auf, um den Besteckkasten hineinzutun. Ich tat mein Bestes, doch es wollte einfach nicht klappen. Als ich mir den Herd etwas genauer besah, dachte ich mir: „Also irgendwie steht der komisch da. Das liegt bestimmt am Herd.“ Alleine konnte ich ihn jedoch nicht anheben. Nun war ich doch so weit, mir ein Zarewitsch zu genehmigen.

Als Stephan mich abholte, fiel auch ihm das mit dem Herd auf und was war wieder einmal das Problem … der Werftchef hatte beim Heizungseinbau den Ofen nicht wieder in die kardanische Aufhängung, sondern einfach nur auf den unteren Schrank gestellt. Das Holz wurde dadurch beschädigt und das war auch der Grund, weshalb die Besteckschublade nicht mehr zu öffnen war.

Über meinen unfreiwilligen Badegang konnte Stephan nur lachen. Und sicher wäre es auch zum Lachen gewesen, wenn nicht so einiges hätte schief gehen können. Zum Beispiel wenn ich mit dem Kopf an den Anker, das Boot oder den Steg geknallt wäre, ja das wäre dann nicht mehr witzig. Stephan meinte, dass in Zukunft für mich nun grundsätzlich eine Rettungswestenpflicht bestünde, sobald ich mich auch nur in die Nähe von Wasser begeben würde. Na ja, ist ja zum Glück alles gut gegangen!

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