Die Aktion begann bereits am Mittwoch. Unser Mast wurde von der Garage heruntergekrant, auf der er nun seit 1,5 Jahren herumliegt und auf ein paar Böcke gelegt. So lässt sichs besser daran arbeiten. Donnerstags säuberten wir den Mast zunächst von dem Dreck, der von 5 Jahren im Freien herumliegen entstanden ist.
Freitag ging es dann um 10 Uhr los, nachdem der Rigger mit unseren Segeln und dem neuen stehenden Gut angekommen war. Zunächst wurde unsere Furlex nochmal komplett zerlegt, gereinigt und neu gefettet, dann wieder montiert, anschliessend wurden die Salingsbeschläge demontiert, mit einer Trennpaste unterstrichen und wieder neu montiert. Danach wurden die neuen Wanten und Stagen angebracht und gefühlte 100 Splinte aufgebogen.
Die neuen Umlenkrollen sollten auch in den Mastkopf. Vier Rollen müssen da hinein, dazwischen ein Trennblech, darüber die Sorgleinen, um die Fallen einziehen zu können. Nach einigem Gefummel war zwar die erste Rolle drin, die zweite ließ es sich aber nicht nehmen, in den Mast zu rutschen. Trotz intensiven Fischversuchen mit verbogenen Fingern und Drähten etc. wollte sich nicht mehr heraus kommen. Also musste der Mastkopf noch abgenommen werden. Dazu wurden nochmal 14 Nieten aufgebohrt und später wieder neu vernietet.
Irgendwann kamen wir unter riesigen Zeitdruck, denn die Werft wollte um 16.00 Uhr schliessen und wir waren noch lange nicht soweit. Also Vollgas. Leider waren die drei Liter Wasser aus der Kühlbox schon um 12.00 Uhr getrunken, die drei Radler kurze Zeit später. Es war eine irre Hitze, wir schon von den Arbeiten am Donnerstag völlig verbrannt und jetzt war seit Stunden nichts mehr zu trinken da und keine Zeit, kurz wegzufahren....
Wir gingen letztlich ziemlich am Stock, schafften es aber nach einigem Kranchaos, den Mast bis 17 Uhr zu stellen. Zunächst sah es so aus, als seien die Oberwanten zu kurz angefertigt worden. Zum Glück war dem nach einigem herumprobieren und nachdem der Mast noch etwas in den Fuss nachgerutscht ist doch nicht so.
Der Rigger erklärte uns dann, wie der Mast richtig getrimmt sein muss, der Mast soll im gesamten leicht nach achtern fallen, das Babystag zieht einen deutlichen Bauch nach vorne und wenn man vom Mastfuss nach oben schaut muss er absolut gerade sein. Der Winkel der Saling muss identisch sein, wofür der Rigger sich noch drei Mal in den Mast ziehen lässt und die Oberwanten nachstellt. Er erklärt uns, dass ordentlich Druck auf die Wanten muss. Wenn wir bei 4 BFT unter Vollzeug segeln und auf der inneren Seite ein Want lose wird, ist die Spannung zu schwach. Zu Uta meine ich später: Wir lernen heute mehr als in drei SKS Kursen zusammen ;-). Die Aktion war für uns wirklich unglaublich interessant.
Nachdem der Spargel stand wollte ich noch kurz die Genua setzen und die Reffanlage testen. Auch hier wieder eine Riesenaktion, denn egal was wir machten, nach ein paar Umdrehungen der Reffanlage blockierte diese immer wieder. Es dauerte ziemlich lange, bis uns klar wurde, woran es lag. Beim Einziehen des Genuafalls übersahen wir eine kleine Öse durch die das Fall unterhalb des Masttops geführt werden muss. Läuft das Fall nicht durch diese Öse wickelt es sich im Topp immer um die Schiene der Reffanlage und blockiert dann....
Jetzt ist alles gut, gestern haben wir noch den Baum angebracht und das Boot aus dem Kranbereich verlegt, damit wir erstmal unsere Ruhe haben. Runter kommen wird der Mast wohl erst in ein paar Wochen. Der Segelmacher wird noch einmal kommen, um unser Boot komplett zu vermessen, damit wir neue Segel bestellen können, wenn wir das möchten und das Geld dafür haben :-(. Bis dahin müssen uns die alten noch genügen.
Hier ein erstes Bild, entstanden noch während der Arbeiten.
















