Heute startete die 43. Boot Düsseldorf und wir hatten kostenlose Tickets und eine Einladung erhalten. Sehr früh machten wir uns auf den über 300 km weiten Weg.
Über die letzten Jahre haben wir schon einiges an Wissen und Technik angehäuft, weshalb uns dieses Mal entsprechend weniger Fragen unter den Nägeln brannten. Unser Messebesuch glich deshalb eher einem verträumten Sonntagsspaziergang auf einem Rummelplatz. Ganz entspannt eben und ohne das anstrengende von Stand zu Stand Gehetze.
In Halle 15 besichtigten wir erstmal die neuesten Segelyachten. Eine 45 Fuß große Beneteau machte den Anfang. Der Platz im Salon, in den Kajüten, an Deck und überhaupt ist einfach unbeschreiblich. Nicht, dass ich etwas gegen unsere schnuckelige 31 Fuß große SevenSeas sagen möchte – sie ist top in jeder Hinsicht! Aber so manches Mal wünscht man sich ein paar blaue Flecken weniger. Beziehungsweise könnte es sich als etwas schwierig gestalten, wenn meine Familie mich mal besuchen sollte. Geschweige denn, ist es möglich Mitsegler auf einer solch ranken Yacht unterzubringen.
Der Blick vom Cockpit der 45er Beneteau zum Bug ist jedoch etwas einschüchternd, einen gewissen Respekt vor diesen Dimensionen kann ich nicht leugnen. Wenn ich mir vorstelle mit so einem großen Schiff an einer Marina anzulegen, wird mir etwas mulmig. Wie im Autoverkehr. Da bevorzuge ich auch eher die Größe eines Ford Fiestas, als die einer Mercedes-Limousine. Aber Stephan meint: „Man gewöhnt sich an alles. Alles Übungssache.“
Nachdem wir uns einige weitere Yachten dieser Größenordnung angeschaut hatten, schlenderten wir zu Halle 11. Tom Logisch, von logischyachts, erläuterte uns sehr verständlich die Vorzüge einer Hydrovane gegenüber anderen Windselbststeueranlagen. Da er selbst einige Blauwasseryachten im Programm hat, konnte er uns auch einige weitere Fragen zum Projekt beantworten. In Halle 11 ließ sich Stephan später noch von unserem Versicherer beraten bezüglich Skipperhaftpflicht bei gewerblicher Tätigkeit.
Wir schlenderten von Halle 10 – 1 und wieder zurück und uns fällt noch ein großes Schiff, ein Langkieler ins Auge. Die Island Packet 46. Als „Blauwasser-Urgestein“ wird sie von der Yacht beschrieben. Natürlich müssen wir da rein! Auch hier: Imposante Größenverhältnisse, Platz ohne Ende. Trotzdem stoße ich mir den Kopf an der Sprayhood an, da ich wegen dem höheren Bimini die Höhe unterschätzt hatte.
Fazit: Blaue Flecken gibt’s auch auf großen Booten!
Da wir in den nächsten Wochen für einen Probeschlag ans Mittelmeer fliegen, haben wir uns in der Touristikhalle noch ordentlich mit Infomaterial eingedeckt.
Recht schnell vergingen die Stunden auf der Messe. Beim Hinausgehen traf Stephan am DHH-Stand sogar auf seinen SSS-Lehrer. Er lud uns zum DHH-Abend in der Stadt ein. Aber entgegen unserer eigentlichen Planung, entschieden wir uns doch nur einen Tag auf der Messe zu verbringen und noch am selben Abend wieder nach Hause zu fahren.


