auf den Unterseiten stellt sich die derzeitige Crew vor...
1) Was ist mein Ziel?
Stephan: Geplant ist eine kleine (relativer Begriff) Auszeit im Leben. Bevor ich entgültig seriös werde und Dinge angehe, die fast mein gesamter gleichaltriger Freundeskreis schon hinter sich hat (Kinder, Ehe, Haus bauen,...) möchte ich die Welt sehen. Ich bin überzeugt, dass eine solche Reise andere Blickwinkel für alles eröffnet. Warum sollte ich Kinder in die Welt setzen, wenn ich mich nicht reif dafür fühle, oder das Bedüftniss habe, mir vorher mehr Wissen und Fähigkeiten anzueignen, die man später weitergeben kann?
Ich denke, wer es einmal erlebt hat, auf einer Yacht zu reisen, vielleicht sogar einen Ozean zu überqueren weiss, wie unglaublich es ist, wenn man an Deck sitzt, nach oben in riesige Segel blickt, hinter einem das Kielwasser gluckert, man vielleicht noch in einen Sternenhimmel blickt, der so schön an Land nie zu sehen ist,...(huch woher diese romantische Ader so plötzlich). Diese Art der Fortbewegung, die Freiheit, nahezu jedes Ziel erreichen zu können, das ist für mich einer der Hauptgründe abzulegen. Außerdem freue ich mich riesig darüber, Zeit mit meinem Hund verbringen zu können. Vor ca. 2 Jahren war Joy sehr krank, wohl aufgrund dessen, dass ich zu wenig Zeit für sie hatte.
Uta: Fremde Länder haben mich schon immer interessiert und ich würde sagen so eine Weltumsegelung ist wirklich die einmalige Gelegenheit die Welt zu entdecken und kennen zu lernen.
Da ich ja erst 21 und mitten im Studium bin, sind Gedanken an Ehe, Kinder oder Haus nicht einmal annähernd in meinem Universum angekommen. Ich finde mich selbst noch nicht erwachsen genug für solche Dinge.
Mein Hauptziel bei der Reise ist herauszufinden, wer ich wirklich bin und was ich für mich in meinem Leben will und was ich vom Leben erwarte. Zudem fühle ich mich wie ein Gefangener in unserer Konsumwelt. Ich bin ein Teil von ihr und sie ist ein Teil von mir; ich lebe in und mit ihr. In der Weltumsegelung sehe ich die Möglichkeit für mich aus der Konsumwelt auszubrechen und ihr zu entkommen.
Im Kroatienurlaub war es so befreiend nichts zu wollen, befreit zu sein von dem Gedanken mehr und mehr zu wollen und mit dem glücklich zu sein, was man hat.
2) Wovor habe ich am meisten Angst?
Stephan: hmm...bin recht furchtlos...Situationen, wie ich sie mit meinem Motorboot erlebt habe --> Motor fällt aus, auf Klippen zutreiben...muss ich nicht mehr haben. Vor Frachtschiffen werde ich auch größten Respekt haben. Angst vor solchen Dingen wäre aber keinesfalls ein Grund gegen die Reise, denn ich bin überzeugt, daß letzlich die schönen Momente überwiegen werden. Neulich hab ich auf Youtube ein Video entdeckt mit Wellen vor Kap Horn...ohne Worte..... Echte Angst hab ich eher vor Behördenwillkür, derer man hilflos ausgeliefert ist.
Uta: Ich würde mich jetzt nicht als Angsthase bezeichnen. In schwierigen Situationen versuche ich ruhig zu bleibe und einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber ich habe einen enormen Respekt vor den Naturgewalten. Und anders als Stephan habe ich eine Heidenangst vor einem stürmischen tosenden Meer, vorm Kentern oder über Bord gehen. Auf hoher See bin ich dem Willen Poseidons ausgeliefert und ich weiß nicht, ob das immer so gut ist.
Bei dem Gedanken an Seeräuber wird mir auch nicht gerade warm ums Herz.
3) neue Frage folgt...
4) Wie werden wir uns unterwegs etwas dazu verdienen?
Stephan: Bin da auch für alles offen. Ich bin überzeugt, wenn ich nach Deutschland fliege, innerhalb kürzester Zeit einen gut bezahlten Job zu finden, in welchem ich einige Wochen oder auch ein paar Monate "buckeln" könnte, um dann mit gestärkter Bordkasse weiterzufahren. Andereseits ist es sicher interessanter, falls sich etwas ergibt, auch im Ausland, auch für weniger Geld zu arbeiten. Sicher lernt man so Land und Leute am besten kennen.
Mehr und mehr finde ich auch den Gedanken interessant zwischendurch als Skipper zu arbeiten.
Uta: Ich denke, dass ich - egal wo wir hinkommen - vor Ort schwer meine Kenntnisse als Germanistin einsetzen kann. Doch vielleicht kann ich ja für ein paar einheimische Zeitschriften von unserer Reise berichten.
5) Welche Vorbilder habe ich?
Stephan: Wilfried Erdmann, dessen Sichtweise mich überzeugt, dessen beschriebene Gedanken ich nachvollziehen kann und dessen enormen Erfahrungsschatz ich sehr schätze. Diese von ihm z.B. in "Segeln mit Wilfried Erdmann" niedergeschriebenen Erfahrungen versuche in unser Projekt mit einfließen zu lassen.
Uta: Mh ich muss sagen, das kann ich eigentlich nicht genau beantworten. Es gibt viele Menschen sowohl tote als noch lebende, die ich für ihr Tun oder ihre Fähigkeiten sehr achte und schätze. Allerdings sind diese Vorbilder für mich nicht unter den Seglern zu finden. Es sind viel mehr Autoren, Komponisten und Maler, die ich hoch halte und sehr verehre. Aber sie alle aufzuzählen halte ich eigentlich nicht für richtig. Ich würde ja doch zu viele vergessen und ihnen damit nicht gerecht werden. Ich nenne deshalb nur die, die im Moment für mich am Wichtigsten sind:
Autor: Arthur Schnitzler
Komponist: Frédérique Chopin
Maler: Pierre Auguste Renoir
Meine Eltern so wie meinen Opa, da ich sie sehr für ihr umfassendes Wissen und gutes Gedächtnis bewundere.
6) Eine kleine Liste der Dinge, die ich noch erledigen möchte - noch vor und während der Fahrt!
Stephan: Vor der Fahrt würde ich gerne den Sportseeschifferschein und das große Funkzeugnis (LRC) (erledigt) machen. Dann möchte ich noch in die TO eintreten (erledigt) und mein Französisch auffrischen.
Während der Fahrt möchte ich sportlich wieder fit werden und eventuell noch Spanisch lernen und natürlich die Homepage pflegen. Ganz wichtig außerdem: Chillen in Buchten, viel Rum, die schönsten Sonnenuntergänge, Segeln perfektionieren und den Toteldurchblick in Yachttechnik erhalten (da kommt der Ehrgeiz des Mechanikers wieder durch).
Und anschließend werde ich versuchen wieder einen Vertriebsjob für hochpreisige Produkte mit entsprechend guten Provisionszahlungen zu finden (Yachten, Immobilien, IT etc.) Vielleicht findet sich auch etwas, indem ich die dann gewonnenen Segelerfahrungen mit meiner vorhandenen Vertriebserfahrung verbinden kann. Mal sehen!
Uta: Bevor ich mich mit Stephan und Joy auf die Reise begebe, werde ich auf jeden Fall mein Studium zu Ende bringen. Das ist für mich erst Mal das wichtigste!
Eventuell werde ich den Sportbootführerschein See machen (bereits erledigt). Außerdem möchte ich unbedingt Spanisch lernen und mein Französisch auffrischen. Wenn ich während dem Studium keine Zeit dafür finde, wird dies auf See nachgeholt. Das Wissen, das ich mir bei einem einjährigen Spanischunterricht in der Schule angeeignet habe, ist leider kaum noch vorhanden.
