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SKS Theorieprüfung (Fragebogen)
Samstag, 25. September 2010, 8:00am - 5:00pm
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Uta:

Nun lass ich nach den ganzen Prüfungs- und Lernwochen auch mal wieder was von mir hören.

Anfang August hatte ich Zwischenprüfung in Geschichte. Die Prüfung lief soweit ganz gut. Umso schockierender war jedoch das Ergebnis: NB (nicht bestanden)!

Aber damit ich nicht in Selbstmitleid versinke, fand Stephan die perfekte Ablenkung für mich: Lernen auf die SKS-Theorieprüfung im September! 

Begeistert war ich zwar nicht davon, ich wollte endlich mal eine Lernpause haben, aber ich lenkte dann doch ein.

Mitte August hab ich noch einen Ferienjob an Land ziehen können. Nun hieß es sich den Schichten anpassen, nicht mehr als sieben Stunden schlafen (oder weniger) und in jeder freien Minute lernen. Ich merkte schon zu Beginn der Lernphase, dass die Fragen nicht ganz so simpel wie beim SBF-See waren. So viele technische Fragen und so viele nautische Begriffe. Ich wusste zum Teil gar nicht wo mir der Kopf stand. „Ich bin doch nur ein kleines Mädchen!“, dachte ich dann jedes Mal wenn da wieder Fragen über Motorersatzteile etc. kam.

Aber Stephan kam immer mit dem Standartsatz: „Jetzt mach doch mal was!“ oder „Lern was!“, wenn es so aussah, als ob ich schwächeln würde. Aber ich nutzte sogar die Pausen beim Ferienjob, um fleißig zu büffeln. Zwei Wochen vor der Prüfung meldete Stephan mich an.

Heute am 25.09. war der Tag der Prüfung dann da. Ich inzwischen wieder mit den Nerven am Ende. 

Die letzte Woche war wirklich hart. Ständig die Panik, die Prüfung nicht zu bestehen, das ganze bei nicht bestehen noch mal lernen zu müssen, wieder bei einer Prüfung zu versagen und das schlimmste: Stephan zu enttäuschen und damit auch meinen Sponsor zu verlieren. alt Stephan hat es die letzte Woche so gut er konnte vermieden mit mir zu telefonieren, da ich nach seiner Meinung eh nicht mehr ansprechbar gewesen wäre und: „Jede Minute zum Lernen genutzt werden muss!“

Freitag hab ich mir vom Ferienjob frei genommen, um noch mal richtig zu pauken. Gegen 22 Uhr kam Stephan dann nach Hause. Ich hatte die ganze Zeit noch insgeheim gehofft, dass er sich noch dazu bewegen ließe die ganze Geschichte abzublasen. Aber stattdessen wurde eine Lernnachtschicht eingelegt. Stephan fragte mich die Prüfungsbögen ab. Nach einigen Stunden sagte er verzweifelt: „Man, du kannst ja wirklich nichts!“ Und so war es eigentlich auch. All das Gelernte schien ich wieder vergessen zu haben oder jedenfalls schwirrte es irgendwo in meinem Gehirn umher und war nicht hundertprozentig abrufbar. 

Um 01.30 Uhr beschloss Stephan eine zweistündige Schlafpause einzulegen. Ich war zuerst dagegen, aber da auch ich inzwischen sehr müde war (ich hatte die letzte Nacht nicht geschlafen), ließ ich mich dann doch überreden. Um 04.00 Uhr klingelte der Wecker und das Frage-Antwort-Spiel ging von neuem los. Um sieben Uhr beendete ich die Lernsession mit einer Duschung. Danach war ich wie ein Wunder gar nicht mehr panisch. Ich war sogar bestens gelaunt. Sogar Stephan staunte darüber. Dann machten wir uns auf zum Prüfungsort. Und langsam stieg bei mir wieder die Aufregung, aber die Anwesenheit der anderen Prüflinge beruhigte mich etwas. Insgesamt waren wir eine Truppe von knapp 20 Prüflingen, von denen die Meisten den SBF-See und –Binnen unter Segel machten. Zwei waren für den SRC und LRC angemeldet und nur einer, der den SKS-Theorie- und Kartenaufgabenteil machte. Um kurz nach neun Uhr hieß es: „Handy aus, Sie haben 90 Minuten Zeit.“ Als ich den Fragebogen anfing zu bearbeiten hatte ich eigentlich ein gutes Gefühl. All die Fragen hatte mich Stephan gestern abgefragt und nach langen Anstrengungen hatte ich sie auch in meinem Kopf behalten. Nach 60 Minuten war ich bereits fertig und gab den Bogen ab. Eigentlich versuche ich immer die komplette Zeit zu nutzten, damit ich mir hinterher nicht vorwerfen muss: „Du hättest ja eigentlich noch Zeit gehabt, vielleicht wäre dir noch was eingefallen!“

Die anderen Prüflinge saßen bereits im angrenzenden Restaurant und ich gesellte mich zu ihnen. Natürlich kramte ich gleich meine SKS-Unterlagen hervor, um mir die korrekten Antworten der Fragen durchzulesen, bei denen ich mir unsicher war. Natürlich hatte ich auch einige falsch. Die Unsicherheit machte sich wieder breit. Stephan erkundigte sich nach der Nummer des Bogens und als ich antwortete: „Bogen Nummer 2.“, meinte er, dass er mich diesen Bogen gestern abgefragt hat. Nun fing das warten an. Warten, bis die Prüfer meinen Namen aufrufen und mir sagen: „Sie haben bestanden / nicht bestanden.“ Doch es kam keiner. Als so ziemlich alle Prüflinge gegangen waren, ging ich in den Prüfungsraum. Der dort sitzende Prüfer blickte von seinem Schreibtisch auf und fragte: „Ja, ist was? Haben Sie noch eine Frage?“ „Äh, ja“, meinte ich, „ ich wollte fragen, ob ich nun bestanden habe oder nicht.“

„Ach so“, erwiderte der Prüfer, „ach Sie hab ich jetzt total vergessen! Oh das tut mir aber Leid. Sie haben natürlich bestanden!“ Das war das Zauberwort! alt Die Glückshormone sprudelten in mein Gehirn und überschlugen sich dort. Natürlich war auch Stephan begeistert! An dieser Stelle möchte ich mich auch bei ihm bedanken, da er die Nacht so tapfer mit mir durchgelernt hat und mich auch noch den richtigen Bogen abgefragt hat! Denn hätte er mich nicht den Bogen Nummer 2 abgefragt, wäre die ganze Geschichte eventuell auch anders verlaufen.

Natürlich muss ich ja noch die Kartennavigationsprüfung schreiben und den Praxistörn machen, bevor ich den Schein dann wirklich in den Händen halten kann. Aber ich freu mich jetzt schon auf das Segeln, wenn ich das Gelernte anwenden kann und ich merke, dass der ganze Stress sich doch gelohnt hat. Allerdings kommt Stephan bei der Planung für unseren Sommertörn im nächsten Jahr vom Hundertsten ins Tausendste. Denn inzwischen ist aus dem anfangs zweiwöchigen Sommertörn, eine mehrmonatige Reise nach Stockholm geworden. Jetzt kam aber noch Helsinki und schließlich St. Petersburg dazu! Der Kerle macht mich wahnsinnig! (manchmal) alt

In den nächsten Wochen wollte ich eigentlich erst einmal entspannen und mich auf das kommende Semester vorbereiten, aber Stephan wäre es am Liebsten, wenn ich im Oktober gleich die Kartennavigationsprüfung ablege. Mal sehen, ob ich ihn noch umstimmen kann, aber er ist Widder!

So, aber jetzt erst mal Heim ins Bett und den versäumten Schlaf nachholen

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